Hörbuch – Was ich mir schon immer mal sagen wollte.

Im Dezember 2016 ist dieses kleine Gedichtehörbuch geboren. Die 8 Gedichte handeln davon, was es für mich bedeutet, Mensch zu sein. Von Angst, von Liebe, von Verletzlichkeit, von Erotik, von Verbundenheit. Das komplette Hörbuch unterliegt einer Creative Commons Lizenz, d.h. du kannst es downloaden, verbreiten, vervielfältigen, remixen, neueinsprechen, ausdrucken, abdrucken, neuzusammenbasteln, singen, rappen und alles tun, was dir noch einfällt :).

Nun viel Freude beim Lauschen <3.

Wenn du das komplette Hörbuch in einem Rutsch hören möchtest, klick hier!


 Ich kratze an der Oberfläche, anstatt sie zu streicheln.
Betrachte alles, was nah ist und suche das Weite.
Das riesig Allumfassende. Das Allzeit-immer-Passende.
Das Zwischending, zwischen dem, was schon da ist, und dem, was ich erschaffen will.
Denn diese Welt ist wie gemacht für mich.
Nein. Diese Welt ist wie gemacht – vom Ich.
Alles, was ich sehe, das bestimme ich selbst.
Selbst die Stimmen in mir drin, die bestimme ich selbst.
Klingt kosmisch, ist aber so.
Unser aller Ursprung lebt hinter dem Mond.
Wir sind Wesen des Alls und nur wegen des Knalls
fühlen wir Verbundenheit mit jedem Detail.

Text

Natur
ist meine Religion.
Meer, Wind, Sonne, Wald
sind meine Götter.
Einer der
letzten Sätze,
die ich mich einmal zu sprechen
glaubte:
Ich glaube.
Meer, Wind, Sonne, Wald
sind meine Götter.
Wenn ich sie in mir oder
außerhalb von
mir
bemerke…

Mehr lesen...

Natur
ist meine Religion.
Meer, Wind, Sonne, Wald
sind meine Götter.
Einer der
letzten Sätze,
die ich mich einmal zu sprechen
glaubte:
Ich glaube.
Meer, Wind, Sonne, Wald
sind meine Götter.
Wenn ich sie in mir oder
außerhalb von
mir
bemerke:
Stimme
ich.
Klinge
ich.

Meer, Wind, Sonne, Wald
sind meine Götter.
Ihre Zyklen erklären
die Welt.
Erklären
mich.

Das Meer und
seine Wellen
erklären
Wandel.
Der Wind und
seine Wirbel
erklären
Turbulenzen.
Die Sonne und
ihre Wärme
erklären
Liebe.
Der Wald und
seine Wurzeln
erklären
Geschichte.
Wellen. Wirbel. Wärme. Wurzeln.
Nach www kommt wwww.
Mein neuer Zugang
zur Weisheit der
Welt.

Text

In meinen Vorstellungen,
da liebe ich polyamor,
da küsse ich voll Leichtigkeit,
da streichele ich schwerelos.

In meinen Vorstellungen,
da kann ich loslassen,
da kann ich zulassen,
da kann ich ja sagen.

In meinen Vorstellungen,
da habe ich Sex im Wald…

Mehr lesen...

In meinen Vorstellungen,
da liebe ich polyamor,
da küsse ich voll Leichtigkeit,
da streichele ich schwerelos.

In meinen Vorstellungen,
da kann ich loslassen,
da kann ich zulassen,
da kann ich ja sagen.

In meinen Vorstellungen,
da habe ich Sex im Wald,
da sage ich, was ich mag,
da frage ich nach Wünschen.

In meinen Vorstellungen,
da lebe ich im Moment.

In meinen Taten,
da wackeln mir die Knie,
da verkrampft sich mein Magen,
da weiche ich aus.

In meinen Taten,
da schlägt mein Herz,
da schwitzen meine Hände,
da schweigt mein Mund.

In meinen Taten,
da bleib ich in meinen Vorstellungen.

In meinen Vorstellungen,
da weiß ich,
dass irgendwann,
meine Taten soweit sind.

Wenn ich mir extra frei nehm, hat sie keine Zeit.
Doch bin ich auffem Sprung kommt sie reingeschneit.
Drückt mich an die Wand und küsst mich,
wo sonst mein Stift sitzt, an der Hand.
Und meine Synapsen, die klatschen
so laut, dass ich in der kommenden nacht mind-
destens noch siebenundachtzig Mal wach bin.
Weil mich die Muse nicht loslässt.
Mich heftig knutscht und an den Po fässt.
Am nächsten Morgen bin ich dann vollkommen übermüdet,
aber neben mir ein Notizbuch
voll
von
guter
Lyrik.

Wovor hab ich Angst?

Hin und wieder davor, dass mich Menschen nicht mögen, die ich mag.
Hin und wieder davor, dass mich Menschen mögen, die ich nicht mag.

Hin und wieder davor, dass alles klappt, was ich mir vornehme.
Häufiger davor, dass ich mir nicht genug vornehme.

Letztens erst davor, dass ich keine Nähe zulassen kann, obwohl ich will.
Dann kurz darauf davor, dass ich zu schnell Nähe zulassen kann, obwohl ich will.

Angst habe ich meistens davor.
Selten danach.

Text

Bis ich sage, dass ich Zeit für mich brauche,
fühlt es sich so an, als ob ich nichts Anderes als Zeit für mich brauche.

Bis ich sage, dass mich dein Verhalten nervt,
nervt mich dein Verhalten.

Bis ich sage, dass ich nicht von dir berührt werden möchte,
fühlt es sich so an, als ob eine Berührung von dir grad das Schlimmste wäre.

Bis ich sage, dass ich vor dir fliehen will,
fühlt es sich so an, als ob ich nichts Anderes als die Flucht vor dir brauche.

Dann sage ich es…

Mehr lesen...

Bis ich sage, dass ich Zeit für mich brauche,
fühlt es sich so an, als ob ich nichts Anderes als Zeit für mich brauche.

Bis ich sage, dass mich dein Verhalten nervt,
nervt mich dein Verhalten.

Bis ich sage, dass ich nicht von dir berührt werden möchte,
fühlt es sich so an, als ob eine Berührung von dir grad das Schlimmste wäre.

Bis ich sage, dass ich vor dir fliehen will,
fühlt es sich so an, als ob ich nichts Anderes als die Flucht vor dir brauche.

Dann sage ich es.

Ab der Sekunde, in der ich gesagt habe, dass ich Zeit für mich brauche,
glaubst du, dass ich nichts Anderes als Zeit für mich brauche.

Ab der Sekunde, in der ich gesagt habe, dass ich Zeit für mich brauche,
brauche ich Zeit mit dir.

Ab der Sekunde, in der ich gesagt habe, dass ich nicht von dir berührt werden möchte,
möchte ich mit dir kuscheln.

Ab der Sekunde, in der ich gesagt habe, dass ich vor dir fliehen will,
beruhigt sich mein Atem und ich fühl mich wohl bei dir.

Ab der Sekunde, in der ich es gesagt habe, wurde meine Angst gehört.

In mir ist alles gut.

Dann sagst du,
dass du vor mir fliehen willst.

Text

Was ich mir schon immer mal sagen wollte.

Lass los.

Lass die Überzeugung los,
dass du nur mit einem Studiumsabschluss
von anderen anerkannt wirst.

Und dann

entscheide dich frei
für oder gegen
das Studieren.

Lass los.

Lass die Angst los…

Mehr lesen...

Was ich mir schon immer mal sagen wollte.

Lass los.

Lass die Überzeugung los,
dass du nur mit einem Studiumsabschluss
von anderen anerkannt wirst.

Und dann

entscheide dich frei
für oder gegen
das Studieren.

Lass los.

Lass die Angst los,
dass deine Eltern keine Anerkennung für deinen Werdegang haben könnten.
Lass die Überzeugung los,
dass du die Anerkennung deiner Eltern brauchst,
um deinen Weg
gehen zu können.

Und dann

gehe verdammt nochmal
deinen
Weg.

Lass los.

Lass die Angst los,
etwas falsch zu machen.
Lass den Wunsch los,
etwas richtig zu machen.

Und dann

mach
einfach.

Lass los.

Lass den Drang los
Liebe herbeiführen zu wollen.
Lass den Drang los,
Inspiration herbeiführen zu wollen.

Und dann

sei Liebe.
Sei Inspiration.

Lass los.

Lass die Angst los,
dass du keine körperliche Anziehungskraft auf
andere hast.

Lass die Angst los,
dass du nicht
gut genug
schön genug
sportlich genug
sicher genug
achtsam genug
geduldig genug
intelligent genug
erfolgreich genug
reich genug
verletzlich genug
selbstbewusst genug
stark genug
schwach genug
spirituell genug
männlich genug
weiblich genug
reflektiert genug
fähig genug
bist, um
dazuzugehören
und
Liebe zu
verdienen.

Und dann
lass
zu.

Lass zu, dass du wahrhaftig weinst, laut lachst, ungelenk tanzt, schief singst, heftig zweifelst, verwirrend redest, ungeschickt kochst, unsicher nachfragst, enthusiastisch klatschst, liebevoll streichelst, ehrlich fühlst.

Sei erwartungslos. Sei absichtslos.
Sei nackt. Sei ehrlich. Sei selbstliebend.
Sei präsent.
Sei unperfekt.

Text

An Menschen, bei denen ich zukünftig von Liebe spreche:

Ich möchte es schaffen,
mit dir offen über Sex zu sprechen,
von meinen Unsicherheiten erzählen
und von dem, was sich wundervoll für mich anfühlt.

Ich möchte dich fragen,
wo du unsicher bist
und was sich wundervoll für dich anfühlt…

Mehr lesen...

An Menschen, bei denen ich zukünftig von Liebe spreche:

Ich möchte es schaffen,
mit dir offen über Sex zu sprechen,
von meinen Unsicherheiten erzählen
und von dem, was sich wundervoll für mich anfühlt.

Ich möchte dich fragen,
wo du unsicher bist
und was sich wundervoll für dich anfühlt.

Ich möchte es schaffen,
dass die Geborgenheit, die ich bei dir Suche nicht
größer als die sexuelle Anziehungskraft
zwischen uns wird.

Ich möchte es schaffen,
dir zu erklären,
wie sich meine Bindungshormone von jetzt auf gleich
ausknipsen und ich ohne äußeren Auslöser
vor dir fliehen will.

Ich möchte es schaffen,
dich immer wieder neu zu entdecken
dich zu unterstützen, die Person zu werden, die du sein willst
anstatt dich zu unterstützen, die Person zu werden,
von der ich will, dass du sie wirst.

Ich möchte
dir von meinen depressiven Episoden erzählen,
was dann mit und in mir passiert
und deine Fragen dazu beantworten.

Ich möchte
dir meine Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit schenken
und dir die Wahl lassen, mir Zärtlichkeit und
Aufmerksamkeit zurück zu schenken.

Ich möchte es schaffen,
keine Angst zu haben,
wenn ich mich auch zu jemand
anderen hingezogen fühle.

Ich möchte es schaffen,
keine Macht zu nutzen,
um dich zu etwas zu überreden –
egal wie unsicher
ich bin.

Ich möchte
liebevoll mit deinen und mit meinen
Grenzen umgehen.

Ich möchte es schaffen,
keine Angst zu haben,
es anzusprechen,
wenn ich nicht berührt werden möchte.

Ich möchte,
dass wir dem „wir“ nur dann ein Label geben,
wenn es sich stimmig anfühlt und
es ablegen, wenn es nicht mehr passt.

Ich möchte es schaffen,
dir tatsächlich zu sagen, wenn ich
dich attraktiv und anziehend finde.

Ich möchte
in Balance von meiner männlichen
und weiblichen Energie sein. Und mich
für keine von beiden schämen.

Ich möchte
offen sein für das,
was wir füreinander sein können
und bereit sein, es gehen zu lassen,
wenn es an der Zeit ist.

Ich möchte
geduldig bleiben, wenn mir
einige dieser Dinge
schwer fallen.

Und mir werden
sicher
einige dieser Dinge
schwer fallen.

Ich möchte:
verletzlich bleiben.