Ich traf einen Multimillionär in Stuttgart. Jetzt bin ich reich.

Ich traf einen Multimillionär in Stuttgart. Jetzt bin ich reich.

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Ich traf einen Multimillionär in Stuttgart. Jetzt bin ich reich.

„Ich besitze durch meinen familiären Hintergrund sehr viel Geld. Alleine durch Zinsen wird es jeden Monat so viel mehr, das kann sich niemand vorstellen. Ich habe mir vorgenomm ...

„Ich besitze durch meinen familiären Hintergrund sehr viel Geld. Alleine durch Zinsen wird es jeden Monat so viel mehr, das kann sich niemand vorstellen. Ich habe mir vorgenommen, Stück für Stück mit diesem Geld was zu bewegen und mich dafür mit Menschen zu treffen, denen ich gerne etwas Geld schenken wollen würde. Und ich bin hier nach Stuttgart gefahren, um zu gucken, ob das bei dir vielleicht passen könnte und ich dir Geld schenken kann.“
Jetzt war es also soweit. Fünf Monate nach dem Beginn meines beziehungsvollen Schenkeinkommens* frühstücke ich mit einem Multimillionär, der ernsthaft in Erwägung zieht, mir Geld zu schenken, viel Geld.

Die Millionenfrage als Gedankenspiel

Zwei Monate bevor ich in das Experiment des beziehungsvollen Schenkeinkommens starten wollte, traf ich mich mit Nina, einer befreundeten Coachin, auf einen Tee in der Herbstsonne Berlins. Ninas Fokus als Coachin liegt auf der eigenen Beziehung zu Geld. Dass ich das Schenkeinkommen ausprobieren möchte, stand außer Frage. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass bestimmte Glaubenssätze* in mir noch verhindern, dass ich das ganze Potential dieses neuen Geldweges ausschöpfen kann. Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben, woraufhin sie mich fragte: “Pierre, was wäre, wenn jemand von deinem Experiment hört, auf dich zukäme und sagen würde ‚Hey ich find toll, was du machst und ich vertraue dir. Ich möchte dir gerne eine Million € schenken‘? Wie würdest du darauf reagieren? Würdest du das annehmen können oder wollen?“
 
Ich dachte über ihre Frage nach.
 
„Ich glaube, ich würde mich für das riesige Vertrauen bedanken und es nicht annehmen wollen. Mir geht es mit dem Schenkeinkommen nicht um Reichtum oder „ausgesorgt“ haben. Mir geht es um die Frage, ob ich von einer Gemeinschaft getragen und unterstützt werden kann. Der ganze Sinn von dem Versuch an sich liegt ja auch darin, zu schauen, inwieweit das auch ein Finanzierungsmodell für andere Menschen wäre. Wenn ich dann letzten Endes durch das Glück, einer reichen Person begegnet zu sein, finanziert bin, ist das nicht wirklich übertragbar und auch nicht hilfreich. Es würde die vergleichsweise kleinen Geldgeschenke von z.B. monatlichen 5€ direkt entwerten, obwohl für mich jeder kleinste Geldbetrag von Bedeutung ist, weil er Vertrauen und Verbundenheit ausdrückt. Außerdem wüsste ich nicht so richtig, was ich mit dem ganzen Geld tun sollte. Das wäre eine große Verantwortung. Und ich will eigentlich nicht, dass Geldumverteilen zum Hauptinhalt meines Lebens wird. Ich glaube, ich würde die Person fragen, ob sie sich vorstellen kann, sich – so lange wie sie möchte – mit einem monatlichen Betrag unter 100€ zu beteiligen.“
 
„Pierre, so wie ich das verstehe, geht es dir, bei dem was du vorhast, nur auf den ersten Blick um Geld. Eigentlich geht es vielmehr darum, dass du tun kannst, worauf du Lust hast. Dass du die Freiheit hast, dein authentisches Selbst leben zu können ohne Erwartungen anderer gerecht werden zu müssen.“
 
Ich nickte und war dankbar für diese Klarheit.
 

Die Millionenfrage als reale Situation

 
Hypothetisch über die Millionenfrage nachzudenken und tatsächlich in so einer Situation zu stecken, sind dann doch zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.
 
Das Gespräch zwischen – nennen wir den Millionär mal Sven – Sven und mir war unaufgeregt und belebend. Erst im Laufe des Frühstücks erfuhr ich von seiner besonderen finanziellen Situation und er war mir bis dahin bereits super sympathisch geworden. Geschätzt habe ich ihn auf Mitte 40, er ist groß gewachsen, schlank und mit vielen Gleichgesinnten von mir befreundet. Gleichgesinnte wie Raphael Fellmer oder Pia Damm und Tobi Rosswog, die alle drei mehrere Jahre glücklich ohne Geld oder mit sehr wenig gelebt hatten oder immer noch leben. Sven erfüllt kein Adelsklischee, kein Finanzhaibild und auch keine anderen Assoziationen, die mir zuvor mit Millionären gekommen wären. Er ist einfach ein liebevoller naturverbundener Mensch, der seinem Herzen folgt, wirkungsvolle Projekte ins Leben ruft und aufgrund seiner Familiengeschichte eine Menge Geld besitzt.
 
Als er offenbarte, warum er nach Stuttgart kam und mich kennenlernen wollte, war ich baff. Noch war gar nicht klar, ob und in welcher Höhe es wirklich zu einem Geldgeschenk kommen würde, aber alleine, dass er es in Erwägung zog, haute mich kurz um.
 

Jetzt bin ich reich

Da saß ich nun, gerade ungefähr 300€ in meinem Besitz, ein monatliches Schenkeinkommen von 120€ und monatliche Ausgaben von ca. 200€. Und war mit der Frage konfrontiert: Wäre mein Leben ein besseres, wenn ich jetzt 10.000€, 50.000€, 100.000€ oder 1.000.000€ geschenkt bekommen würde?
 
Zunächst spürte ich, wie in mir Trotz hochkam. „Soll er mir doch einfach 10.000€ oder mehr schenken. Das tut dem doch überhaupt nicht weh und ich kann es bestimmt irgendwie gebrauchen!“ Diese Gedanken fühlten sich nicht wirklich nach mir an, aber sie waren da und ich erstaunt über sie. Dann dachte ich weiter über die Frage nach und kam zu dem Schluss:
 
Nein.
 
Nein, mein Leben wäre kein besseres. Es fehlt mir nicht an Geld. Ich fühle mich gerade
 
reich.
 
Das war ein wenig absurd und ich erzählte Sven von meinen Gedanken. „Irgendwie fühlt sich das gerade nicht so an, als wollte das viele Geld zu mir. Also ich bin super froh über alle Menschen, die sich an meinem Schenkeinkommen beteiligen und ich immer wieder beschenkt werde, aber da ist nichts in mir, was wirklich viel Geld braucht. Zumindest nicht jetzt, zumindest nicht heute und zumindest nicht hier, wo wir uns beide treffen. Was denkst du?“
 
„Ja das deckt sich sehr mit dem, was ich auch wahrnehme. Als ich das letzte Mal 20.000€ an eine Person geschenkt habe, die viele tolle Projekte in die Welt bringt, war das richtig eindeutig. Sie hatte mir noch erzählt, wie sie am Abend zuvor Weihnachtsschmuck aufgehängt und regelmäßig Pizza ausgeliefert hat, um Geld zu verdienen. Bei ihr war das sehr klar, dass dieses Geld mehr Leichtigkeit und Kraft freisetzen kann. Das Gefühl habe ich bei dir nicht, genau wie du es beschreibst.“
 
Wow.
 

Ich übe ein anderes Leben

Am Ende unseres Treffens spazierten wir noch zu einem veganen Restaurant in Stuttgart, weil er überlegt, eine vegane Restaurantkette aufzumachen und sich gerne von existierenden Lokalen inspirieren lassen mag und schaut was ihm dort gefällt und was nicht. Er meinte, am Geld würde die Umsetzung nicht scheitern.
 
Und das ist vielleicht auch einer der Knackpunkte. Seit ich mit so wenig Geld lebe, kommen mir zahlreiche Ideen, wie ich Vorhaben ohne oder mit wenig Geld realisieren kann. Ich bin so geübt darin, dass es mich im ersten Moment überfordert, über das wirkungsvolle Einsetzen von Geld nachzudenken.
Zumindest jetzt. Zumindest heute und zumindest hier.
 
*Links
 
Eine großartige Podcastfolge von Laura Seiler – Mindful Empowerment zum Thema „liebevolle Beziehung zu Geld“
http://lauraseiler.com/podcast-wie-du-eine-liebevolle-beziehung-zu-geld-entwickelst/
 
Ein Video von Jan Broders, um die eigenen Geld-Glaubenssätze anzuschauen und zu transformieren
https://www.youtube.com/watch?v=zgFQ-sIyLv4
 
Mehr Geschichten aus meinem Schenkeinkommen und Nomadentum
http://www.pierrelischke.de/blog/
 
Meine Schenkeinkommenskampagne – Hast du Lust, dich mit einem erwartungsfreien Geldgeschenk zu beteiligen?
https://www.patreon.com/pierrelischke oder schreib mir eine Nachricht, wenn dir andere Wege lieber sind :).
Hat sich selbst geheiratet, reist nomadisch durchs Land und erzählt von Leben, die nicht in Lebensläufe passen. Im Rahmen seines beziehungsvollen Schenkeinkommens verschenkt er alle seine Workshops, Coachings, Vorträge sowie Kunstwerke und lässt sich gleichzeitig von Verbündeten erwartungsfrei mit Geld beschenken.

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