Wow Frankfurt! – Woran ich erkenne, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wow Frankfurt! – Woran ich erkenne, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

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Wow Frankfurt! – Woran ich erkenne, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wow Frankfurt! Eine Nacht bevor ich mich auf den Weg zu dir gemacht habe, geisterte mir noch die Frage durch den Kopf, ob ich mir noch einen weiteren Übernachtungsort organisier ...

Wow Frankfurt!

Eine Nacht bevor ich mich auf den Weg zu dir gemacht habe, geisterte mir noch die Frage durch den Kopf, ob ich mir noch einen weiteren Übernachtungsort organisieren sollte, um flexibel auf die Bedürfnisse meiner Gastgeberin und mir eingehen zu können. Dann saß ich gestern im Zug Richtung Fernbusstation in Stuttgart und erhielt diese Nachricht über Facebook:

„Hey, ich habe gerade Deinen Nomaden-Artikel auf Deiner Website gelesen… falls Du auf Deiner Nomadierung in Frankfurt a.M. noch einen Unterschlupf brauchst, bist Du bei mir/uns unbekannterweise in der Hof-WG willkommen! Liebe Grüße, A.“

Was für ein Timing! Als ich dann im Fernbus in deine Richtung saß, las ich den Post einer Freundin aus Mainz:

„Hej Hej, hat jemand spontan Lust HEUTE Abend mit zu Moddi nach Frankfurt zu kommen? Ich fahre aufjedenfall, Tickets gibts noch und günstig ist es auch <3 🙂
Liebe!“

Kurz nach „Moddi“ geyoutubet: norwegischer Singer/Songwriter. Reingehört. Lieder über das Meer und Liebe. Gemocht.

Eigentlich hatte ich eine Verabredung am Abend mit einer guten Freundin, die gerade ein Praktikum bei dir macht, doch ihr passte es dann besser, wenn wir unser Treffen um einen Tag verschieben könnten. Also peilte ich das Konzert an.

Als ich in der Nähe deines Hauptbahnhofes ankam, dann der nächste Knaller. Die Straße neben der Fernbusstation heißt: Stuttgarter Straße. Stuttgart. Da kam ich gerade her. Ich lächelte innerlich und nickte wissend als wär ich Sherlock Holmes und hätte einen kniffligen Fall gelöst. In der Reihenfolge meiner nomadischen Stationen scheint eine eigene Intelligenz zu stecken. Aber, Frankfurt, das weißt du wahrscheinlich besser als ich 🙂.

Während ich versuchte deinen Hauptbahnhof und meine S-Bahn-Optionen zu verstehen, überkam mich eine überraschende Leichtigkeit und Frohsinn, die ich nicht zuordnen konnte. Dann schaute ich mich in meiner Umgebung um und verstand: Vor knapp 4 Jahren habe ich mich hier in Jenny verliebt. Telepathisch magische Nachtspaziergänge, das Gefühl, mich in ihr wiedererkannt zu haben, die Frage auf der Heimfahrt „Magst du Teil meines Lebens bleiben?“. All das strömte um mich rum, durch mich durch.

Am Kirchplatz angekommen und auf meine Gastgeberin wartend, begegnete mir die erste deiner zahlreichen öffentlichen Gratis-Bücherschränke. Und siehe da: Ein Buch, deren Autorin einen Doppelnamen mit der Frau gemeinsam hat, mit der ich zuletzt Liebe in Berlin geteilt habe. Titel des Buches: Das Wunder der Liebe. Hach Frankfurt. Hör doch auf <3.

Dass das Konzert am Abend das tollste war, das ich seit Jahren gesehen habe, brauch ich kaum noch erwähnen oder? Moddi hat das Publikum auf eine Reise seiner eigenen Geschichte genommen – vom norwegischen verträumten Sänger, der Lieder über Liebe, das Meer und norwegische öffentliche Verkehrsmittel schrieb und damit auf der ganzen Welt singen durfte. Außer in Tel Aviv, Isreal. Als er dort nämlich vor ein paar Jahren ein Konzert ankündigte, baten ihn Fans und Medien von der ganzen Welt, das Konzert wieder abzusagen – es sei ein politisches Statement. Er verlor den Glauben an die Kraft seiner naiven Lieder und erst mit dem neusten Projekt „Unsongs“ konnte er sich heilen. Jetzt singt er Lieder, die in ihren Ursprungsländern verboten sind, damit ihre Geschichten trotzdem gehört werden. Der Singer/Songwriter-Charme bleibt derselbe – selbst Pussy Riots „A Punk Prayer“ übersetzte und komponierte er so, dass sein schmerzvoller Kern melodisch freigelegt wurde. Nur die Geschichten dazu verursachen eher ein „Oh fuck!“ als ein „Aw, sweet!“. Und das ist exakt die künstlerische Entwicklung, die er gegangen ist.

Danke Frankfurt, dass du mir einen 50-minütigen Spaziergang geschenkt hast, um diese tiefe Inspiration sacken lassen zu könne..

All das waren knappe 12 Stunden. Jetzt höre ich ein Moddi-Lied über das Meer und schreibe dir diese Worte.

Danke für diesen wunderVOLLEN Empfang. <3

Alles. Liebe.
Pierre

Moddis Album „Unsongs“ inklusive Doku zu allen Liedern: http://www.unsongs.com/

Hat sich selbst geheiratet, reist nomadisch durchs Land und erzählt von Leben, die nicht in Lebensläufe passen. Im Rahmen seines beziehungsvollen Schenkeinkommens verschenkt er alle seine Workshops, Coachings, Vorträge sowie Kunstwerke und lässt sich gleichzeitig von Verbündeten erwartungsfrei mit Geld beschenken.

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