Das beziehungsvolle Schenkeinkommen funktioniert so nicht.

Das beziehungsvolle Schenkeinkommen funktioniert so nicht.

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Das beziehungsvolle Schenkeinkommen funktioniert so nicht.

Ich gehe Gesprächen über Sex wieder häufiger aus dem Weg und fühle mich unsicherer. Ich gehe seltener spazieren und habe ewig nicht mehr meditiert, meine Konzentrationsfähigkeit i ...

Ich gehe Gesprächen über Sex wieder häufiger aus dem Weg und fühle mich unsicherer.
Ich gehe seltener spazieren und habe ewig nicht mehr meditiert, meine Konzentrationsfähigkeit ist beängstigend gering.
Ich berühre öfter mein Smartphone als andere Menschen.
Ich erlebe Momente ungeahnter Wut und emotionaler Manipulationsimpulse. Empathie, die für mich zuvor natürlich war, ist auf einmal ein Kraftakt.
Ich schaue häufiger solche Pornos, in denen Frauen und ihre Wünsche von Männern bestimmt oder ignoriert werden. Und fühle mich eklig danach.
Ich fange an, mich über die Anzahl der Teilnehmenden bei meinen Workshops oder die Größe der Konferenzen, die mich einladen, zu definieren und erwische dabei, damit prahlen zu wollen.
Ich teile nicht, was ich fühle, weil ich befürchte, dass ich damit die Erwartungen aller Skeptiker bestätige.
Ich bin vermehrt zynisch und pessimistisch, wenn ich vom Lebenswirbelmodell erzähle.
Ich ziehe momentan mehr Kritik an meiner Lebensweise als erwartungsfreie beziehungsvolle Geschenke an. Und es spiegelt das Level an schwindendem Vertrauen in meinem Inneren wider.
Ich versuche mehr als zuvor zu argumentieren, warum ich etwas Gutes in der Welt tue und erinnere mich, dass ich eigentlich weiß, dass es keine Frage von besseren Argumenten, sondern von Überzeugungen über die Welt ist.
Ich versuche meine Motivation für meine Entscheidungen zu erklären und spüre in mir Verzweiflung aufsteigen, wenn das nur zu noch mehr Missverständnis und Bestätigung der Vorurteile führt.
Ich nutze Sätze, die ich zu Beginn des beziehungsvollen Schenkeinkommens genutzt habe, aber jetzt nicht mehr fühle und habe Angst, dass das jemand merkt.
Ich vermute plötzlich Feinde in eigentlichen Freunden. Dass sie sich über mich lustig machen, mir ausweichen, mich zu Kontakt zwingen wollen.
Ich tendiere dazu, eine Version von mir sein zu wollen, die akzeptiert und geliebt wird und traue mich weniger, mich verletzlich zu zeigen.

Das beziehungsvolle Schenkeinkommen funktioniert so nicht.

Es funktioniert nicht, wenn ich glaube, dass

…ich stark sein und mich über andere hinwegsetzen muss.
…ich immer eine Antwort haben muss, weil ich sonst bloßgestellt werde.
…der Mensch an sich böse ist, bis er das Gegenteil beweist.
…ich mich durchsetzen muss, weil ich sonst zurückgelassen werde.
…ich mich schützen muss und mich nicht verletzlich zeigen darf.
…ich funktionieren muss und meine Bedürfnisse nicht so wichtig sind.
…alle Menschen rücksichtslos nur auf die Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse achten.

Als ich das Experiment begann, glaubte ich Anderes:

Verletzlichkeit schafft Verbundenheit.
Menschen wollen Schönes in die Welt bringen.
Alles ist im Fluss und ich brauche meinen Weg nicht vorherbestimmen. Es passiert immer das Richtige.
Das Universum ist mein Freund.
Alles im Universum ist verbunden.
Synchronizitäten weisen mir den Weg.
Es ist mehr als genug für alle da.
Ich bin geliebt und ich bin Liebe.
Erwartungsfreies Schenken ist die natürlichste Interaktion der Erde und des Menschen.

Und was ich glaube, wird wahr. Beide Sichtweisen stimmen. Beide Sichtweisen sind sich selbsterfüllende Prophezeiungen und werden zu Fakten. Nur ist die Sichtweise der Verbundenheit kraftvoller und fragiler zugleich.
Das beziehungsvolle Schenkeinkommen, KarmaKreise, die Lebenswirbel – all das sind für mich Vehikel, um die Sichtweise der Verbundenheit erfahrbar zu machen und davon zu erzählen. Und alles davon verliert schnell an Magie, wenn ich es aus der Sichtweise der Trennung tue.

Die letzten Monate sind für mich eigentlich ein fortwährendes Forschen mit immer wieder neuen Fragen. Und die aktuellste für mich ist:

>>Wie kann ich in der Sichtweise der Verbundenheit verweilen und von dort von Wundern erzählen?<<

Das beziehungsvolle Schenkeinkommen funktioniert nicht mit der Sichtweise der Trennung. Damit kann ich leben.

(Mehr zum beziehungsvollen Schenkeinkommen: www.patreon.com/pierrelischke)

(Photo by Jimi Filipovski on Unsplash)

Hat sich selbst geheiratet, reist nomadisch durchs Land und erzählt von Leben, die nicht in Lebensläufe passen. Im Rahmen seines beziehungsvollen Schenkeinkommens verschenkt er alle seine Workshops, Coachings, Vorträge sowie Kunstwerke und lässt sich gleichzeitig von Verbündeten erwartungsfrei mit Geld beschenken.

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